Wir über uns

 Klio – die Muse der Geschichte, Zinnfigur von H. G. Lecke, Fassung von Fr. Giesler

Die Gründung unseres Vereins erfolgte am 27. Januar 1997. Die damals schon bestehende Bonner Sammlergruppe gab sich einen neuen fünfköpfigen Vorstand, beschloss eine neu ausgearbeitete Satzung und ließ sich als rechtsfähiger Verein eintragen: Die Klio Landesgruppe Rheinland-Süd e.V.  war geboren. Aber wie alles in der Geschichte hatte der Verein natürlich Vorläufer. Wen das interessiert, der kann es unter „Vorgeschichte“ nachlesen.

Bereits vor der Vereingründung wurde die Herausgabe einer richtigen Zinnfiguren-Zeitschrift beschlossen. Dies war die Geburtsstunde der „RheinZinn“, unseres noch heute bestehenden Publikationsorgans, dessen erste Nummer von einem Redaktionsteam am 1. Juli 1996 herausgebracht wurde.

RheinZinn 1 So sah das Titelblatt der ersten Nummer aus.

Viele unserer Mitglieder sind gleichzeitig in der bundesweiten „KLIO - Deutsche Gesellschaft der Freunde und Sammler kulturhistorischer Zinnfiguren e.V.“ organisiert, dem Dachverband der bundesweiten Landesgruppen mit vielen Hundert Sammlern.

Das Hauptinteresse der meisten Sammler unserer Gruppe gilt der Geschichte und ihrer Darstellung mit Zinnfiguren. Die Spannbreite der Sammelgebiete umfasst aber auch Heimatkundliches, Technikgeschichte, Natur- und Völkerkunde. Mit anderen Worten: Das Spektrum reicht von den Dinosauriern über die „verzinnte“ Weltliteratur bis zur Mondlandung. Manche Sammler beschäftigen sich auch mit musealen Figuren, d.h. mit dem Sammeln von Spielzeugfiguren des 18. und 19. Jahrhunderts. Die meisten aber befassen sich mit der sogenannten „kulturhistorischen“ Zinnfigur [1]. Das Erlangen von Hintergrundinformationen zum jeweiligen Sammelgebiet und von Wissen über die jeweilige historische Epoche stellt daher einen wesentlichen Teil der Beschäftigung mit den Miniaturfiguren dar.

Es gibt sogar eine kleine Untergruppe im Raum Bonn, die sich nach eigenem Verständnis mit „Historischer Simulation“ beschäftigt und bei ihren Treffen reale oder fiktive Ereignisse des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges nachstellt, mit 28mm Wargaming-Figuren nach eigens entwickelten Regeln (die in ständiger Überarbeitung sind). [2]

Wie aus dem Vorgesagten hervorgeht, ist Zinnfigurensammeln für uns keine Beschäftigung im stillen Kämmerlein (was es natürlich auch sein könnte). Schließlich kann ein Mensch allein nicht alles wissen, und außerdem tut es gut, gelegentlich über den Tellerrand des eigenen Interessengebiets zu schauen. Das Ziel der gemeinsamen Gespräche und Diskussionen und der Vorträge zu historischen Themen [3] ist es daher, historisches Wissen zu mehren und den eigenen Gesichtskreis zu erweitern.

Darüber hinaus ist es ein wichtiges Ziel des Vereins, die so erworbenen Kenntnisse an eine breitere Öffentlichkeit weiterzugeben. Dies geschieht durch Ausstellungen, Vorträge an Schulen, Volkshochschulen und dergleichen. Die Zinnfigur dient dabei als Anschauungsmittel. Die Landesgruppe beteiligt sich mit dem Medium Zinnfigur auch an der Wissensvermittlung in Museen. Im Heimatmuseum in Bonn-Beuel befindet sich z.B. eine größere Anzahl von Dioramen zur Veranschaulichung der anderen Exponate, und im Bürgermeister-Stroof-Haus [4] kann man das Diorama „Kosaken in Vilich November 1813“ bestaunen (vgl die Seite Dioramen). Auch Publikationen zur Geschichte und Kulturgeschichte aller Zeiten stehen auf dem Programm der KLIO-Landesgruppe Rheinland-Süd, u.a. die vereinseigene Zeitschrift „RheinZinn“.

Wichtigster Bestandteil eines jeden Vereins sind natürlich die Menschen, seien es aktive, passive oder fördernde Mitglieder. Unser „dienstältestes Mitglied“ Friedrich Giesler war tatsächlich schon einmal im Jahr 1955 Mitglied der Bonner Gruppe und dann wieder ab 1973. Derzeit hat die Landesgruppe rund 30 Mitglieder, von denen meist etwa die Hälfte zu den monatlichen Sammlertreffen kommt. Nicht alle Mitglieder sind im südlichen Rheinland beheimatet: Der Einzugsbereich der Landesgruppe reicht von Westfalen über die Voreifel, Bonn bis Königswinter, einzelne Mitglieder wohnen weit außerhalb des Rheinlandes.

Die Gruppe trifft sich in der Regel monatlich [5]. Bei diesen Sammlertreffen werden bemalte Figuren oder Dioramen der Mitglieder gezeigt und diskutiert, und es werden gelegentlich Vorträge aus den jeweiligen Spezialgebieten gehalten. Gäste sind jederzeit herzlich willkommen. Also: Schauen Sie ruhig einmal vorbei! Zur Zeit trifft sich die Gruppe im romantisch am Siebengebirge gelegenenHaus Schlesien“ [6] in Heisterbacherrott [7], und auch gelegentlich im „Bürgermeister-Stroof-Haus“ in Bonn-Vilich. [8] Die Termine unserer Treffen, die  ab 14:30 Uhr beginnen, können Sie der entsprechen Seite (Termine) entnehmen. [9]

 Der Zisterziensermönch Caesarius von Heisterbach, vom Verein herausgegebene Vitrinenfigur in der Fassung von Friedrich Giesler



[1] Darunter versteht man Zinnfiguren, die aufgrund historischer Recherchen erstellt werden, mit dem Ziel mit ihnen geschichtliche Ereignisse und Gegebenheiten abzubilden.

[2] Auf dem Blog von Friedrich Giesler kann man ein paar Berichte finden: http://fg-zinnfiguren.blogspot.de/

[3] z. B. über die Kleidung im römischen Reich oder über Waldindianer.

[4] in 53225 Bonn-Vilich, Adelheidisstraße 3 (geöffnet Di, Fr und gelegentlich So nachmittags)

[5] mit Ausnahme der Monate Juli und August.

[6] ehemaliger Fronhof, urkundlich erstmals 1173 erwähnt als curtis in roda (Hof auf der Rodung), gehörte zum Damenstift in Bonn-Schwarzrheindorf. 800 Jahre lang wurde hier Landwirtschaft betrieben. Die heutige vierflügelige Anlage wurde 1822 fertiggestellt.

[7] Dies ist ein Ort oberhalb des ehemaligen Zisterzienserklosters Heisterbach, wo im Mittelalter der Mönch Caesarius lebte und schriftstellerisch wirkte.

[8] Bei diesem Haus handelt es sich um ein authentisch renoviertes Amts- und Wohnhaus eines Bürgermeisters der napoleonischen, später der preußischen Zeit.

[9] In der Regel finden sie am 1. Samstag eines Monats statt.